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Der Wiesn Guide für Erstbesucher

Das Oktoberfest „d’Wiesn“, ist das größte Volksfest der Welt und ein fester Bestandteil der bayerischen Kultur. Seinen Ursprung hat es im Jahr 1810, als zu Ehren der Hochzeit von Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen ein großes Fest mit Pferderennen veranstaltet wurde. Der Veranstaltungsort – damals noch am Stadtrand – erhielt zu Ehren der Braut den Namen „Theresienwiese“, der bis heute geblieben ist.

Vom Anstich bis zum Finale: Termine, Dauer & Ablauf der Wiesn

Das Oktoberfest erstreckt sich traditionell über 16 bis 18 Tage und beginnt je nach Kalender zwischen Mitte und Ende September.

2025 startet die Wiesn am 20. September und endet am 5. Oktober. Diese Zeitspanne wurde bewusst gewählt, um von den oft milderen Temperaturen des Frühherbsts zu profitieren.

Die Festzelte öffnen unter der Woche in der Regel um 10:00 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen bereits um 9:00 Uhr. Der letzte Ausschank erfolgt um 22:30 Uhr, bevor die Zelte um 23:30 Uhr schließen. Eine Ausnahme bilden das Weinzelt und die Käfer Wiesn-Schänke, die bis 1:00 Uhr geöffnet haben.

Der Eintritt zum Festgelände und zu den Zelten ist grundsätzlich frei. Wer jedoch abends oder am Wochenende einen Sitzplatz im Zelt sicherstellen möchte, sollte rechtzeitig reservieren. Ohne Reservierung empfiehlt es sich, besonders früh zu kommen, um den Besucherandrang zu umgehen und einen Platz zu ergattern.

Wichtige Termine: 

20. September: Einzug der  Brauereien und Festwirte

21. September: Trachten- und Schützenzug

26. September: Gedenkveranstaltung zum 45. Jahrestag des Oktoberfest-Attentats

28. September: Traditionelles Konzert aller Festkapellen unter der Bavaria

Terminübersicht 2025

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Wiesn Kettenkarussell und Riesenrad, © München Tourismus, Werner Boehm

Gut gerüstet für die Wiesn: Planung & Vorbereitung

Für die Anreise empfiehlt sich der öffentliche Nahverkehr. Die U-Bahn-Haltestelle Theresienwiese liegt direkt am Festgelände, doch zu Stoßzeiten kann es sinnvoll sein, eine Station früher oder später auszusteigen und den restlichen Weg zu Fuß zu gehen. Das spart Zeit und vermeidet Gedränge. Wer flexibel bleiben möchte, kann auch auf die nahegelegenen Haltestellen Schwanthalerhöhe oder Goetheplatz ausweichen.

Ein praktisches Hilfsmittel zur Planung ist das sogenannte Wiesn-Barometer, das die voraussichtliche Auslastung anzeigt. So lässt sich erkennen, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten mit besonders großem Andrang zu rechnen ist. Generell gilt: Früh kommen lohnt sich – vor allem ohne Tischreservierung.

Wo die Stimmung kocht: Zelte & Reservierungen im Überblick

Die Festzelte sind das Herzstück des Oktoberfests – hier wird gegessen, getrunken, gesungen und gefeiert. Insgesamt gibt es über ein Dutzend große Festzelte sowie zahlreiche kleinere Zelte, jedes mit eigener Atmosphäre und kulinarischen Spezialitäten. Einige sind für ihre Musik und Stimmung bekannt, andere für ihre besondere Speisekarte oder ein eher familiäres Ambiente. 

An Wochenenden und am Feiertag, dem 3. Oktober, schließen manche Zelte schon mittags wegen Überfüllung. Ob man noch hineinkommt, lässt sich kaum vorhersagen – auch das Wetter spielt mit: Bei Sonne locken die Biergärten, bei Regen sind die Zelte rasch voll.

Beliebte große Zelte:

Hacker-Festzelt – bekannt als „Himmel der Bayern“ mit blau-weißer Himmeldekoration und traditioneller Live-Musik.

Winzerer Fähndl – eines der größten Zelte, Heimat des Paulaner-Biers, mit großem Turm als Wahrzeichen.

Hofbräu-Festzelt – internationales Publikum und ausgelassene Stimmung.

Augustiner-Festhalle – besonders bei Münchnerinnen und Münchnern beliebt, da das Bier aus traditionellen Holzfässern gezapft wird.

 

Spezialzelte:

Weinzelt – für Gäste, die Wein, Sekt oder Champagner bevorzugen.

Käfer Wiesn-Schänke – exklusives Ambiente, bekannt für Promi-Besuch und gehobene Küche.

Reservierungstipps

Frühzeitig reservieren: Die Tischreservierungen starten oft schon im Frühjahr. Beliebte Abende und Wochenenden sind schnell ausgebucht.

Ohne Reservierung: Früh erscheinen – unter der Woche spätestens mittags, am Wochenende oft vor Zeltöffnung.

Nebeneingänge nutzen: Diese sind oft weniger überfüllt als der Haupteingang.

Platzregel: Nur wer sitzt, wird bedient – ein fester Sitzplatz ist also entscheidend für den Wiesn-Genuss.

Von Bierpreis bis Bargeld: Alles rund ums Wiesn-Budget

Ein Wiesn-Besuch ist ein einmaliges Erlebnis, kann jedoch auch schnell ins Geld gehen. Mit einer realistischen Budgetplanung und ein paar einfachen Tipps lässt sich der Aufenthalt genießen, ohne am Ende böse Überraschungen zu erleben.

Preise auf der Wiesn

Die größte Ausgabeposition ist für viele das Bier. Eine Maß kostet in der Regel zwischen 13 und 15 Euro, abhängig vom Zelt. Dazu kommen oft noch ein Hendl, Schweinshaxn oder andere herzhafte Gerichte, die pro Portion meist zwischen 12 und 20 Euro liegen. Für süße Spezialitäten wie gebrannte Mandeln, Kaiserschmarrn oder Apfelstrudel sollten Sie ebenfalls ein paar Euro einplanen. Wer auch Fahrgeschäfte nutzen möchte, muss je nach Attraktion mit 5 bis 10 Euro pro Fahrt rechnen.

Bargeld ist König

Auf der Wiesn wird überwiegend bar bezahlt. Zwar akzeptieren manche Zelte und Stände inzwischen Kartenzahlung, darauf sollten Sie sich jedoch nicht verlassen. Am besten bringen Sie ausreichend Bargeld mit, um Wartezeiten an den Geldautomaten zu vermeiden – diese sind oft stark frequentiert und können Gebühren verlangen.

Sicherheit beim Geld

Es empfiehlt sich, das Bargeld in mehreren kleinen Beträgen am Körper verteilt zu tragen, beispielsweise in einer Innentasche oder einem kleinen Brustbeutel. Große Geldscheine sind unpraktisch, da Wechselgeld in den Zelten knapp sein kann.

Spartipps für den Wiesn-Besuch

Wer sparen möchte, kann unter der Woche oder zum Mittagessen kommen. Viele Zelte bieten zu dieser Zeit günstigere Mittagsangebote an. Auch alkoholfreie Getränke sind meist etwas günstiger als Bier, und ein Radler kann nicht nur den Durst löschen, sondern auch das Budget schonen.

Wichtige Ausdrücke auf der Wiesn:

Servus
Ein gängiger Gruß, der sowohl zum Abschied als auch zur Begrüßung verwendet (Saying hi or bye)

Prost!
Zum Anstoßen (Cheers)

D’Speiskartn, bittschee.
Bitte um die Karte im Restaurant/Zelt (Ordering the menu)

Is da Platz frei?
Frage, ob ein Sitzplatz verfügbar ist (Is this seat free)

A Maß, bittschee. 
Bestellung eines Liters Bier (Ordering one liter of beer)

No a Maß, bittschee.
 Noch ein Bier, bitte (Ordering another beer – Bavarian dialect)

„Danke“ – Ausdruck des Dankes (Saying thank you)

An Guadn!: Einen guten Appetit! (Saying enjoy your meal)

Pfiadi
Bayerische Verabschiedung, bedeutet „Mach’s gut“ (Bavarian farewell – take care/goodbye)

A Brezn, bittschee.
Bestellung einer Breze (Ordering a pretzel)

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Oktoberfest Trachtler 3, © München Tourismus, Jan Saurer

Ob traditionell in Tracht, entspannt im Biergarten oder voller Adrenalin auf den Fahrgeschäften – das Oktoberfest bietet für jeden etwas. Mit den richtigen Tipps sind Sie bestens vorbereitet, um Ihren ersten Wiesn-Besuch stressfrei und authentisch zu genießen.

Planen Sie im Voraus, probieren Sie die bayerischen Spezialitäten und lassen Sie sich von der einzigartigen Stimmung mitreißen.